Finanzstrategien für unsichere Zeiten

Finanzstrategien für unsichere Zeiten

Inhaltsangabe

Dieser Artikel stellt praxisnahe Finanzstrategien für unsichere Zeiten vor. Er richtet sich an Privatanleger, Selbstständige und Familien in Deutschland, die ihren Vermögensschutz verbessern und krisenfest investieren wollen.

Die Vorlage erklärt, warum klassische Finanzpläne in Phasen hoher Inflation, Zinswende und geopolitischer Spannungen oft nicht ausreichen. Leser erhalten konkrete Hinweise zur Vermögenssicherung Deutschland und zur Stärkung ihrer finanziellen Resilienz.

Berücksichtigt werden deutsche Besonderheiten wie die Abgeltungsteuer, die Einlagensicherung über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken sowie die Rolle der gesetzlichen Rentenversicherung und des Immobilienmarktes.

Im Anschluss folgen kompakte Kapitel zu Liquiditätsmanagement, Diversifikation, Absicherung, Steueroptimierung und einem Vergleich konkreter Produkte. Ziel ist, dass jede Leserin und jeder Leser sofort umsetzbare Schritte für besseren Vermögensschutz und krisenfest investieren mitnimmt.

Finanzstrategien für unsichere Zeiten

In unsicheren Märkten hilft eine klare strategische Finanzplanung, impulsive Entscheidungen zu vermeiden. Studien zur Finanzkrise 2008 zeigen, dass diszipliniertes Rebalancing und schriftliche Regeln langfristig bessere Ergebnisse liefern. Ein einfacher, schriftlicher Plan dient als Referenz in Stressmomenten und stärkt die Umsetzung der Krisenplanung Finanzen.

Warum klare Strategien jetzt wichtiger sind

Wer eine strukturierte Strategie hat, bleibt handlungsfähig, wenn Märkte fallen. Regeln für Rebalancing und Entnahmen reduzieren emotionale Fehler. Anleger, die während starker Kursverluste rational bleiben, sichern sich oft Chancen für spätere Erholung.

Unterschiede zwischen kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen

Kurzfristige vs. langfristige Maßnahmen sind komplementär und brauchen unterschiedliche Ziele. Kurzfristig stehen Liquidität und Zahlungsfähigkeit im Vordergrund. Praktisch heißt das: Ausgaben prüfen, liquide Mittel für drei bis zwölf Monate vorhalten und Stop-Loss-Regeln anpassen.

Langfristig zielt die Planung auf Kapitalerhalt und Wachstum über Zyklen. Hier zählt die Überprüfung der Asset-Allokation, steueroptimierte Produkte und breit gestreute ETF-Strategien. Immobilien- und Rentenplanung bleiben Kernbausteine für nachhaltige Vermögensentwicklung.

Wie Risikoaversion die Strategie beeinflusst

Die Risikoaversion Anleger bestimmt die Gewichtung der Anlagen. Konservative Profile setzen stärker auf Anleihen und Tagesgeld; moderate Profile wählen Mischportfolios mit 40–60 % Aktien; offensive Profile halten über 60 % Aktien.

Praktische Empfehlung: Ein schriftlicher Strategie- und Notfallplan legt Rebalancing-, Entnahme- und Liquiditätsregeln fest. So bleibt die Umsetzung stabil, unabhängig von kurzfristigen Marktbewegungen.

Liquiditätsmanagement und Notfallreserven

Liquiditätsmanagement ist die Grundlage, damit Geld in unsicheren Zeiten schnell verfügbar bleibt. Wer eine Notfallreserve aufbauen will, sollte Ziele, Zeithorizont und Risikotoleranz klar definieren. Die Reserve schützt vor Zwangsverkäufen und schafft Planungsspielraum bei Einkommensausfällen.

Aufbau einer passenden Notfallreserve für verschiedene Lebenssituationen

Als Faustregel empfiehlt sich ein Notgroschen von 3–12 Monatsausgaben. Singles ohne Kinder kommen mit 3–6 Monaten aus. Familien mit Kindern legen 6–12 Monate zurück. Selbstständige und Freiberufler planen 9–12+ Monate ein. Wer sich dem Ruhestand nähert, sollte mindestens 12 Monate laufende Kosten bereithalten.

Wo Liquidität parken: Tagesgeld, Festgeld, Geldmarktfonds

Tagesgeld bietet hohe Verfügbarkeit und eignet sich für den kurzfristigen Puffer. In Deutschland sind Anbieter wie Deutsche Bank, ING, DKB und comdirect verbreitet; die Einlagensicherung deckt bis zu 100.000 EUR pro Institut ab. Tagesgeld Deutschland bleibt für viele der erste Baustein im Liquiditätsmanagement.

Festgeld zahlt bessere Zinsen bei Laufzeitbindung. Es passt gut in eine Staffelung über 1–5 Jahre, um Zinsrisiken zu streuen. Renault Bank Direkt oder Partnerbanken über Plattformen wie ZINSPILOT bieten oft attraktive Laufzeiten.

Geldmarktfonds liefern tägliche Liquidität bei moderater Rendite. Für größere Reserven sind sie eine Option, wenn Anleger Kosten und Risiko verstehen. Geldmarktfonds Sicherheit hängt vom Fondsmanagement und der Bonität der Anlageinstrumente ab.

Regelmäßige Überprüfung und Anpassung der Reserve

Die Reserve sollte mindestens einmal jährlich geprüft werden. Bei Lebensereignissen wie Geburt, Jobwechsel oder Immobilienkauf ist eine sofortige Anpassung ratsam. Inflation und veränderte Ausgaben beeinflussen die Höhe des Puffers.

Praktisch ist eine Kombination: etwa 50% auf Tagesgeld, 30% in kurzfristiges Festgeld und 20% in Geldmarktfonds. Damit verbindet sich Verfügbarkeit mit Renditechance und reduziert einzelne Produktrisiken.

Diversifikation und Asset-Allokation

Gute Vermögensplanung beruht auf klaren Regeln zur Risikostreuung. Ziel ist, langfristig Schwankungen zu glätten und Verluste in Extremszenarien zu begrenzen. Praktische Bausteine wie breit gestreute ETFs, Fonds, Immobilien und Rohstoffe helfen bei der Umsetzung einer soliden Diversifikation Investment.

Grundprinzipien

  • Nicht alle Eier in einen Korb legen reduziert Volatilität und Tail-Risiken.
  • Eine Mischung aus korrelierten und unkorrelierten Anlagen folgt der modernen Portfoliotheorie von Markowitz.
  • Einfach umsetzbare Bausteine sind ETFs für Aktien, Rentenfonds für Anleihen und ETCs für Rohstoffe.

Asset-Klassen im Überblick

  • Aktien: Bieten Wachstumspotenzial. Breite Indizes wie MSCI World und MSCI Emerging Markets mindern Unternehmens- und Sektorrisiken.
  • Anleihen: Sorgen für Einkommenskomponente und Kapitalerhalt. Staatsanleihen aus Deutschland und den USA unterscheiden sich von Unternehmensanleihen durch Bonität und Zinsrisiko.
  • Immobilien: Sachwerte mit Mieteinnahmen und Inflationsschutz. Direkte Objekte und REITs oder offene Immobilienfonds wie Deka-Immobilienfonds ergänzen das Portfolio.
  • Rohstoffe: Gold schützt in Krisen. Industriemetalle und Energie dienen als Diversifikator; liquide ETCs erleichtern den Handel.

Regionale und sektorale Streuung

Eine breite regionale Aufstellung reduziert Länder- und Branchenrisiken. Die Mischung aus entwickelten Märkten wie USA, EU und Japan sowie Schwellenländern bietet Stabilität und Wachstum.

Wer zu stark auf Europa oder den Tech-Sektor setzt, läuft Gefahr hoher Korrelationen im Depot. Regelmäßige Prüfung der Asset-Allokation Deutschland hilft, Übergewichtungen zu erkennen und zu korrigieren.

Rebalancing

  1. Zielallokation definieren und Toleranzbande (z. B. ±5–10 %) festlegen.
  2. Periodisch oder bei Bandverletzung zurückführen, um diszipliniert Gewinne mitzunehmen.
  3. Dokumentierte Regeln reduzieren emotionale Entscheidungen beim Rebalancing.

Regionale Diversifikation ergänzt sektorale Streuung und macht das Portfolio robuster gegenüber lokalen Schocks. Wer diese Prinzipien kombiniert, schafft eine belastbare Basis für langfristige Anlageziele.

Risikomanagement und Absicherungsstrategien

Risikomanagement Anlage verfolgt klare Ziele: Verluste begrenzen, Liquidität sichern und Handlungsfähigkeit erhalten. Dieser Abschnitt zeigt praktikable Schritte für Privatanleger und erklärt Werkzeuge, mit denen sich Risiken steuern lassen.

Absicherung mit Derivaten: Optionen und Futures (grundlegender Überblick)

Optionen Absicherung funktioniert wie eine Versicherung für Depots. Put-Optionen geben das Recht, Kurse zu einem festen Preis zu verkaufen. Anleger wägen Prämie gegen Schutzwirkung ab und prüfen Puts auf Indizes wie den DAX oder einzelne Aktien.

Futures Privatanleger sind standardisierte Terminkontrakte. Sie dienen zur Absicherung von Rohstoff- oder Zinsrisiken. Der Hebel und Margin-Anforderungen machen Futures risikoreich. Unerfahrene Anleger sollten strukturierte Produkte über Banken prüfen oder professionelle Beratung einholen.

Versicherungen als Teil der Finanzstrategie

Versicherungen Finanzstrategie ergänzt das Marktrisiko durch Schutz der Einkommensbasis. Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherungen verhindern finanzielle Notlagen. Rechtsschutz- und Hausratpolicen schützen vor existenzgefährdenden Schadensfällen.

Private Renten- oder Risikolebensversicherungen dienen der langfristigen Planung. Steuerliche Aspekte sind zu beachten. Kunden können Produkte über etablierte Anbieter wie Allianz oder AXA vergleichen, um Transparenz und Kosten zu prüfen.

Stop-Loss- und Rebalancing-Regeln für Privatanleger

Stop-Loss Regeln helfen bei der automatisierten Verlustbegrenzung. Konservative Trader setzen Grenzen von 10–20 Prozent. Marktvolatilität kann jedoch zu vorzeitigem Ausstoppen führen. Regelmäßige Kontrolle ist deshalb wichtig.

Rebalancing minimiert Klumpenrisiken und fördert diszipliniertes Handeln. Zeitbasierte Anpassungen einmal jährlich oder regelbasierte Korrekturen bei Überschreitung von Toleranzbändern sind praktikabel. Durch Rebalancing lässt sich das Buy-Low/Sell-High-Prinzip umsetzen.

  • Praktische Empfehlung 1: Bei Derivaten nur über regulierte Börsen und seriöse Broker handeln.
  • Praktische Empfehlung 2: Versicherungen gezielt auf persönliche Lebensrisiken abstimmen.
  • Praktische Empfehlung 3: Rebalancing-Regeln schriftlich festhalten und automatisieren, falls möglich.

Steueroptimierung und rechtliche Absicherung

Gute Steuerplanung und klare rechtliche Vorsorge bilden einen wichtigen Baustein jeder langfristigen Finanzstrategie. Dieser Abschnitt zeigt praxisnahe Schritte für Steueroptimierung Anlagen Deutschland und die nötigen rechtlichen Instrumente zur Absicherung von Vermögen.

Steuerliche Aspekte bei verschiedenen Anlageformen

Bei Kapitalanlagen spielen Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer eine zentrale Rolle. Anleger sollten wissen, wie Kursgewinne, Dividenden und Zinsen steuerlich behandelt werden.

ETFs und Fonds sind unterschiedlich besteuert. Thesaurierende Fonds lösen Vorabpauschalen aus, ausschüttende Fonds unterliegen direkt der Abgeltungsteuer. Immobilien bringen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Verkaufserlöse folgen anderen Regeln.

Nutzung von Freibeträgen und steuereffizienten Produkten

Der Sparerpauschbetrag reduziert die Steuerlast auf Kapitalerträge, wenn Banken ein Freistellungsauftrag vorliegt. Wer dies versäumt, zahlt unnötig Abgeltungsteuer.

Steuerlich effiziente Produkte wie ETFs nach dem Investmentsteuergesetz, Verlustverrechnungstöpfe und steueroptimierte Sparpläne können Rendite nach Steuern verbessern. Langfristige Buy-and-Hold-Strategien und Altersvorsorgeprodukte bieten weiteren Spielraum.

Rechtliche Vorsorge: Vollmachten, Testamente und Vermögensplanung

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung sichern Handlungsfähigkeit bei Krankheit. Notar oder Rechtsanwalt helfen beim rechtssicheren Formulieren.

Ein Testament schafft klare Regelungen zur Vermögensübertragung. Erbschaftsteuerplanung durch Schenkungen und Freibeträge reduziert spätere Belastungen.

Für größere Vermögen sind Family Office, Treuhand- oder Stiftungsmodelle Optionen zur Strukturierung. Die Zusammenarbeit mit Steuerberater und Notar sorgt für steuer- und rechtskonforme Lösungen in Deutschland.

Investmentprodukte im Test: Stabilität und Kosten im Vergleich

Dieser Abschnitt prüft, wie Anlageprodukte in stressigen Marktphasen reagieren. Er betrachtet Kosten, Liquidität und praktische Eignung für deutsche Privatanleger. Leser finden klare Hinweise zum Umgang mit Gebühren und Risiko.

ETFs versus aktiv gemanagte Fonds

Passiv verwaltete ETFs bieten meist niedrigere Gebühren und transparente Indexabbildung. Studien zeigen, dass viele Fondsmanager über lange Zeiträume Benchmarks nicht schlagen.

In Volatilitätsphasen erlaubt ein ETF-basierter Kern häufig stabilere Nachbildung als teure aktive Produkte. Beim Kostenvergleich Fonds sind TER und zusätzliche Handelskosten ausschlaggebend.

Ein Kern-Satelliten-Ansatz kann die Stärken kombinieren: kostengünstige ETFs als Basis, ausgewählte aktive Fonds für Überzeugungen.

Zinsprodukte und festverzinsliche Anlagen

Festgeld und Sparbriefe liefern garantierte Zinsen über die Laufzeit und dienen dem Kapitalerhalt. Anleger sollten Angebote vergleichen und Laufzeiten nach Liquiditätsbedarf wählen.

Bei Festzinsanlagen Deutschland ist das Zinsniveau entscheidend. Unternehmensanleihen bringen höhere Renditen, tragen aber Kreditrisiko. Ratings von S&P, Moody’s und Fitch helfen bei der Einordnung.

Inflationsindexierte Anleihen schützen vor Kaufkraftverlust und sind eine zusätzliche Option in einem konservativen Teilportfolio.

Robo-Advisor und digitale Vermögensverwaltung im Praxischeck

Robo-Advisor automatisieren Allokation und Rebalancing. Bekannte Anbieter in Deutschland sind Scalable Capital, Quirion und VisualVest.

Bei einem Robo-Advisor Test sollten Gebühren für AUM, Produktkosten und angebotene Services verglichen werden. Vermögensverwaltung digital bietet Komfort für Anleger mit wenig Zeit.

Sicherheit durch BaFin-Regulierung und Transparenz in der Kostenstruktur zählt. Für Anleger ohne tiefes Fachwissen sind Robo-Advisor eine praktische Ergänzung.

  • Kern: kostengünstige ETFs zur Stabilität und Kostenkontrolle.
  • Satellit: aktive Fonds oder Anleihen gezielt einsetzen.
  • Vergleich: immer einen Kostenvergleich Fonds, Liquidität und Rating prüfen.

Praktische Tipps für den Alltag und mentale Vorbereitung

Für finanzielle Resilienz Alltag helfen einfache Routinen: Daueraufträge und ETF-Sparpläne automatisieren Sparbeiträge. So entstehen Spargewohnheiten Deutschland, die Disziplin und Cost-Averaging fördern. Ein monatlicher Budget-Check trennt Notwendiges von Luxus und sichert Liquidität für unerwartete Ausgaben.

Beim Umgang mit Marktschwankungen reduziert ein langfristiger Horizont Stress. Historische Daten und die Ruhe von Institutionen wie der Deutschen Bundesbank oder dem Statistischen Bundesamt können Perspektive geben. Anleger sollten ihre Informationsdiät beschränken und auf vertrauenswürdige Quellen wie Handelsblatt oder Frankfurter Allgemeine Zeitung setzen.

Mentale Vorbereitung Anleger lässt sich praktisch trainieren: Checklisten für Krisenentscheidungen, voreingestellte Rebalancing- und Entnahmeregeln sowie ein Gespräch mit einem vertrauten Berater schaffen klare Handlungsoptionen. Gebührenkontrolle gehört ebenfalls zum Alltag; Depot- und Fondskosten sollten regelmäßig geprüft und bei Bedarf zu günstigeren Anbietern gewechselt werden.

Konkrete Alltagsmaßnahmen runden die Strategie ab: Notfallkontakte zu Steuerberater, Bank und Versicherungen bereithalten und regelmäßig Weiterbildung über Verbraucherzentrale, IHK oder Finanzplattformen nutzen. Wer Liquidität, steuerliche Folgen und rechtliche Absicherung vor größeren Entscheidungen prüft, baut eine robuste finanzielle Resilienz Alltag auf.

FAQ

Was sind die wichtigsten Finanzstrategien für unsichere Zeiten?

In unsicheren Zeiten empfiehlt sich eine Kombination aus Liquiditätspuffer, breiter Diversifikation und einer klaren, schriftlichen Strategie. Ein Notfallgroschen für 3–12 Monatsausgaben schützt vor Zwangsverkäufen. Ein ETF-basierter Kern mit ergänzenden Festzins- und Immobilienanteilen reduziert Risiko. Rebalancing-Regeln und steuerliche Planung (z. B. Nutzung des Sparerpauschbetrags) runden die Strategie ab.

Wie hoch sollte die Notfallreserve sein?

Die Höhe richtet sich nach Lebenssituation: Singles 3–6 Monate, Familien 6–12 Monate, Selbstständige 9–12+ Monate, vor Ruhestand mindestens 12 Monate. Bei erhöhtem Arbeitsrisiko oder variablem Einkommen empfiehlt sich ein größerer Puffer. Die Reserve kann gestaffelt werden (Tagesgeld, kurzfristiges Festgeld, Geldmarktfonds) für Verfügbarkeit und Renditeausgleich.

Welche Anlageformen eignen sich für die Liquiditätsreserve?

Tagesgeld bietet höchste Verfügbarkeit und ist bei Banken wie ING oder DKB einsetzbar. Festgeld bringt höhere Zinsen gegen Laufzeitbindung und eignet sich für Laddering. Geldmarktfonds bieten tägliche Liquidität mit moderater Rendite. Bei allen Produkten ist die Einlagensicherung (bis 100.000 EUR pro Institut) und Kostenstruktur zu beachten.

Wie lässt sich Diversifikation praktisch umsetzen?

Diversifikation erfolgt über Asset-Klassen (Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe), Regionen (USA, EU, Japan, Schwellenländer) und Sektoren. Breite ETFs wie MSCI World oder MSCI Emerging Markets bilden einfache Bausteine. Zielallokation mit Toleranzbanden (z. B. +/- 5–10 %) sowie regelmäßiges Rebalancing halten das Risiko kontrolliert.

Welche Rolle spielen Anleihen in unsicheren Zeiten?

Anleihen liefern Stabilität und Erträge. Staatsanleihen gelten als sicherer als Unternehmensanleihen, die höhere Rendite bei Kreditrisiko bieten. Zinsänderungsrisiken sind wichtig: längere Laufzeiten reagieren stärker auf Zinsschwankungen. Inflationsindexierte Anleihen schützen vor Kaufkraftverlust.

Sollte man Derivate zur Absicherung nutzen?

Optionen (z. B. Puts) können Depotabsicherungen bieten, kosten jedoch Prämien. Futures sind komplexer und meist für professionelle Anleger geeignet. Hebel und Margin bergen Verlustrisiken. Privatanleger sollten Derivate nur mit klarer Strategie und Verständnis oder über strukturierte Produkte von Banken nutzen.

Welche Versicherungen sind bei finanziellen Risiken wichtig?

Berufsunfähigkeitsversicherung schützt das Einkommen; Haftpflicht sichert vor Schadensansprüchen. Hausrat- und Rechtsschutzversicherung schützen Vermögen vor konkreten Risiken. Private Renten- und Risikolebensversicherungen können Teil langfristiger Planung sein, steuerliche Auswirkungen sind zu prüfen.

Wie oft sollte man die Finanzstrategie überprüfen?

Mindestens einmal jährlich oder bei Lebensereignissen wie Jobwechsel, Geburt oder Immobilienkauf. Anpassungen sollten auf veränderte Ausgaben, Inflation oder Ziele reagieren. Ein schriftlicher Notfall- und Rebalancing-Plan hilft, diszipliniert zu bleiben.

Wie funktionieren Rebalancing- und Stop-Loss-Regeln für Privatanleger?

Rebalancing kann zeitbasiert (z. B. jährlich) oder regelbasiert bei Überschreitung von Toleranzbanden erfolgen. Es disciplinert zum Buy-Low/Sell-High. Stop-Loss-Orders begrenzen Verluste (z. B. 10–20 %) sind aber anfällig für Ausstoppen in volatilen Märkten. Kombination und klare Regeln sind empfehlenswert.

Welche steuerlichen Aspekte sind bei Anlagen in Deutschland zu beachten?

Kapitalerträge unterliegen Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Thesaurierende vs. ausschüttende Fonds haben unterschiedliche Vorabpauschalen. Der Sparerpauschbetrag sollte per Freistellungsauftrag genutzt werden. Bei Immobilien sind Einkünfte aus Vermietung steuerlich anders zu behandeln als Kursgewinne.

Wie lässt sich Steuern optimieren, ohne Risiken einzugehen?

Nutzung des Sparerpauschbetrags, Auswahl steuerlich effizienter ETFs und Verlustverrechnungstöpfe helfen. Langfristiges Buy-and-Hold reduziert Steuerereignisse. Bei komplexen Fragen sollte ein Steuerberater in Deutschland einbezogen werden, insbesondere bei Immobilien, Versicherungen und großen Vermögen.

Sind Robo-Advisor eine sinnvolle Option in unsicheren Zeiten?

Robo-Advisor wie Scalable Capital, Quirion oder VisualVest bieten automatisierte Allokation, Rebalancing und teilweise steueroptimierte Entnahmestrategien. Sie eignen sich für Anleger ohne Zeit oder tiefes Know-how. Kosten, Track Record und BaFin-Regulierung sollten geprüft werden, da individuelle Steueroptimierung eingeschränkt sein kann.

Wie vergleicht man ETFs und aktiv gemanagte Fonds in Volatilitätsphasen?

ETFs punkten mit niedrigen TERs und enger Indexabbildung; aktive Fonds haben höhere Gebühren und schlagen langfristig oft Benchmarks nicht. In Stressphasen bieten breit gestreute ETFs stabile Abdeckung. Ein Kern-Satelliten-Ansatz kombiniert kostengünstige ETFs im Kern mit gezielten aktiven Überzeugungen als Satelliten.

Welche praktischen Alltagstipps helfen, finanziell resilient zu bleiben?

Daueraufträge und ETF-Sparpläne automatisieren das Sparen. Monatliche Budget-Checks, regelmäßige Gebührenkontrollen und eine Informationsdiät gegen Panik sind hilfreich. Notfallkontakte (Bank, Steuerberater, Versicherungsnummern) und Checklisten für größere Entscheidungen erhöhen Handlungsfähigkeit.

Welche rechtlichen Vorsorgemaßnahmen sind empfehlenswert?

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung sichern Handlungsfähigkeit bei Krankheit. Ein Testament regelt Vermögensübertragung und reduziert Erbschaftsrisiken. Bei größeren Vermögen sind Notar- und Steuerberaterberatung sowie Modelle wie Treuhand oder Stiftung sinnvoll.

Wie kann man Inflation und Kaufkraftverlust abfedern?

Sachwerte wie Immobilien oder Gold, inflationsindexierte Anleihen und eine ausgewogene Aktienquote helfen, Kaufkraft zu schützen. Diversifikation über Regionen und Rohstoffe reduziert spezifische Risiken. Liquiditätsreserven sollten inflationsbedingt regelmäßig angepasst werden.
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